Sprache wird im Köthener Museum zum Erlebnis

Der „Fünffache Denckring der Teutschen Sprache“, einst von dem Dichter und Fruchtbringer Georg Phillipp Harsdörffer entwickelt.
Der „Fünffache Denckring der Teutschen Sprache“, einst von dem Dichter und Fruchtbringer Georg Phillipp Harsdörffer entwickelt.
Im Schloss Köthen,genauer in den ehemaligen Räumlichkeiten der Musikschule im Johann-Georg-Bau, lädt die Dauerausstellung"Erlebniswelt Deutsche Sprache" dazu ein, in Sachen Sprache auf Entdeckertour zu gehen. Von der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft ins Leben gerufen, spricht die Ausstellung Besucher jeden Alters an und hält sowohl für historisch Interessierte als auch für kleine Sprachforscher einiges bereit.


Von der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft ins Leben gerufen, spricht die Ausstellung Besucher jeden Alters an und hält sowohl für historisch Interessierte als auch für kleine Sprachforscher einiges bereit.Dabei lässt sich nicht nur über Wandtafeln Interessantes über die Geschichte und den Ursprung der deutschen Sprache erfahren. Viele multimediale Angebote unterstreichen den Erlebnischarakter der Ausstellung. So kommen die Besucher beispielsweise in den Genuss verschiedener Hörproben, darunter die in Althochdeutsch verfassten Merseburger Zaubersprüche oder der in mittelniederdeutsch geschriebene Sachsenspiegel Eike von Repgows. Spannendes und Erkenntnisreiches offenbaren auch die vielen kurzen Informationsfilme, die das multimediale Angebot der Ausstellung bereichern. So wird zum Beispiel die Frage beantwortet, warum das Wort „Weib“ einst als neutrale Bezeichnung für eine Frau verwendet und erst im Laufe der Zeit eine eher geringschätzige Bedeutung angenommen hat.

Die Besucher der Ausstellung erfahren jedoch nicht nur Wissenswertes, sie können auch sich selbst als Wortschöpfer ausprobieren. Der „Fünffache Denckring der Teutschen Sprache“, einst von dem Dichter und Fruchtbringer Georg Phillipp Harsdörffer entwickelt, lädt dazu ein, sich selbst im Bilden von Worten zu versuchen. Dabei können unterschiedliche Vorsilben mit Anfangs- und Reimbuchstaben, Mittelbuchstaben, Endbuchstaben und Nachsilben frei kombiniert und so neue Wortkreationen erschaffen werden.

Ein beträchtlicher Teil der Ausstellung nimmt selbstredend Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen und die von ihm 1617 gegründete Fruchtbringende Gesellschaft ein. Hier lässt sich Interessantes über die Mitglieder der Sprachgesellschaft und ihr Wirken in Erfahrung bringen. Ein Besuch der „Erlebniswelt Deutsche Sprache“ lohnt sich also in jedem Fall!

Seit Herbst 2015 ist die Ausstellung Erlebniswelt Deutsche Sprache im Köthener Schloss sogar noch erweitert worden. Unter dem Titel „Aufs Maul geschaut – Mit Luther in die Welt der Wörter“ zeigt dieser Teilbereich acht verschiedene Installationen, die die Besucher noch heute gebräuchliche und von Luther stammende Redewendungen auf ganz unterschiedliche Art und Weise erfahren lässt. Dazu gehören beispielsweise „Ein Buch mit sieben Siegeln“, „Unser täglich Brot“, oder „Alles hat seine Zeit“. All diese Redewendungen sind auf moderne und unverwechselbare Weise in der Ausstellung wieder zu finden. Bei der Ausstellung „Aufs Maul geschaut“ handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Literaturwerkstatt Berlin, der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft, der Stiftung Brückner-Kühner und doppelpunkt Kommunikationsdesign, Berlin. Geschaffen wurden die künstlerischen Installationen vom Studio TheGreenEyl, Berlin.

 Die Erlebniswelt Deutsche Sprache ist Bestandteil des Historischen Museums Köthen und erweitert die Ausstellung zur Geschichte der Fruchtbringenden Gesellschaft. Die Ausstellung ist immer dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.