Dohndorf

Dohndorf liegt 8 km westlich von Köthen (Anhalt) und gehört seit dem 1. Januar 2004 zur Stadt Köthen (Anhalt). 273 Einwohner (31.12.2013) leben auf einer Fläche von ca. 8,23 km². Um die Interessen der Einwohner vor Ort kümmert sich der Ortsbürgermeister Uwe Wittmann.

Die Ortschaft Dohndorf liegt in Richtung Könnern an der Landesstraße L 148. Die nächste Anbindung an die Autobahn A 14 befindet sich an der Auffahrt Könnern in Richtung Magdeburg oder Halle.



Ortsbürgermeister:

Uwe Wittmann

Sprechzeiten:

jeden Dienstag von 17:00 Uhr - 18:00 Uhr
Dorfgemeinschaftshaus, Dorfstraße 5
Telefonnummer (034976) 22 466

Ortschaftsrat:

Mitglieder des Ortschaftsrates Dohndorf

Spielplatz: Spielplatz an der Feuerwehr Dohndorf



Geschichtliche Fakten

Dohndorf wurde erstmals 1392 als zur Herrschaft Gröbzig gehörend erwähnt. Der Ortsname ist deutsch und besagt, dass es das Dorf eines Mannes namens Dodo ist. In den alten Schriften wird das Dorf als Dodendrop oder auch Dudindorff erwähnt. Dohndorf tauchte bereits 1370 im Zinsregister der Dompropstei Magdeburg auf. Inmitten des Dorfes stand eine kleine Holzkirche (Vorgänger der heutigen Kirche) die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Es ist demnach anzunehmen, Dohndorf könnte mindestens 100 Jahre älter sein.

1300 Erste Nennung des Ortes im Lehensregister des Fürsten Bernhard III von Anhalt als "Dodendrop", damals gehörte dies zum Schloss Gröbzig
1370 Als Magdeburger Erzstift wird Dodendrop zinsbar und im Zinsregister der Dompropstei aufgeführt.
1392 Dohndorf wird urkundlich im "Codex Diplomaticus Anhaltinus" erwähnt.
1516 Verkauf des Besitzes an die Herren von Schaderitz.
1567 Die Adelsfamilie "derer von der Werder" erwirbt den Komplex.
1650 Gefecht zwischen schwedischen Truppen und meuternden Deutschen, die zuvor unter schwedischer Flagge kämpften. 12 deutsche gefallene Reiter sollen in Dohndorf begraben sein.
1718 Fürst Leopold von Anhalt-Dessau wird Eigner des Amtes zu Gröbzig und somit auch von Dohndorf.
1727 Fürst Leopold von Anhalt-Dessau gründet die herzogliche Domäne Dohndorf und fügte dem sogenannten Alten Hof (örtliches Rittergut) einen Neuen Hof hinzu. Dieser bestand aus sechs früheren Anspännergütern.
1850 Separation und Flurbereinigung von Ackerflächen.
1882 Bau der heutigen Kirche.
1922 Auflösung des Gutsbesitzes.
1945 Durchführung der Bodenreform.
1952 Bildung der LPG "Fortschritt" Typ I.
1955 Umwandlung der LPG in Typ III.
1959 Gründung einer Groß-LPG.
1978 Gründung des Gemeindeverbandes Gröbzig-Görzig.
1990 Politische Veränderung und wirtschaftliche Umstrukturierung.
2004 Eingemeindung zur Stadt Köthen (Anhalt).


Kultur + Sehenswürdigkeiten

Dohndorf im 19. Jahrhundert war stärk geprägt von Ackerbau und Viehzucht. Einst war das Dorf in einzelne Höfe aufgeteilt, noch immer sind Überreste verteilt im Ort zu finden. Auf der Karte am Ende dieses Artikels sind Lage und nähere Informationen zu den einzelnen Höfen zu finden.

Besonders erwähnenswert ist die Geburtsstätte Willy Lohmanns, mitteldeutscher Politiker und Beamter der Schulverwaltung. Nach ihm sind heute vielerorts Straßen benannt.

Inmitten des Dorfes ragt die alte Dorfkirche in die Höhe. Sie ist ein schlichter, neuromanischer und denkmalgeschützter Backsteinbau aus dem Jahre 1884. Die Langseiten werden durch große Rundbogenfenster gegliedert und der polygonale Chor durch Rundbogenfries und Strebepfeiler hervorgehoben. Der Kirchturm ragt auf der Westseite empor, beginnend mit einem Stufengiebel und endend mit einem kurzen Spitzhelm. Die Kirche besitzt einen inneren offenen Dachstuhl und erhielt ihre Orgel einst von Rühlmann aus Zörbig. Alte Geschichten besagen, dass amerikanische Truppen die Pfeiffen aus der Orgel rissen und mit ihnen pfeiffend durchs Dorf zogen. Übrig geblieben ist lediglich der Hohlkörper, vereinzelte Pfeiffen und der Blasebalk. Leider ist die Dohndorfer Kirche noch immer stark sanierungsbedürftig. Bei Betreten des Geländes weisen Warnschilder auf herabstürzende Bauteile hin. Ein Blick nach oben offenbart die wohl kostspieligste der notwendigen Außenmaßnahmen - offene Stellen im Dach des Kirchturms.
Im Jahr 2011 wurden die originalen Holzbänke der Kirche abgeschliffen, bearbeitet und neu imprägniert. Auffällig sind die bunten lichtdurchfluteten Kirchenfenster am Altar, die erst vor kurzem erneuert wurden. Trotz des desolaten Zustands in der Substanz, prägt die Landkirche der Gründerzeit das Orts- und Landschaftsbild. Im Herbst, zum Tag des offenen Denkmals, kann auch der Kirchturm bestiegen werden. Die schweren, alten Glocken werden zu traditionellen Anlässen per Hand geläutet. Die für die Kirchensanierung benötigten Gelder wurden bereits bei der Landeskirche beantragt, eine Bewilligung steht aus. Spenden sind jederzeit willkommen. Im zur Kirche gehörenden Kirchengarten, ist auch ein Kriegsgrab zu finden, außerdem wurden hier eine zeitlang verstorbene Dorfbewohner begraben.

Im Osten des Dorfes befindet sich überdies ein größerer Urnenfriedhof mit Steinkistengräbern der frühen Eisenzeit (um 800 v.d.Ztw.).


Natur und Parks

In Dohndorf befindet sich das Landschaftsschutzgebiet "Horngraben". In dem unter Naturschutz stehenden Gelände leben zahlreiche Tiere neben einer Vielfalt an Pflanzen. Rückwärtig zum ehemaligen Alten Hof liegt der Lustgarten mit dem Fischteich. Kleine Brücken führen über den Horngraben. Mühsam wurden die verflochtenen Wege in ihrer ursprünglichen Führung erhalten und gepflegt.


Wirtschaft


Bekannte Personen aus Dohndorf

  • Willy Lohmann, mitteldeutscher Politiker und Beamter der Schulverwaltung, geboren in Dohndorf am 1. August 1883
  • Hulda Scheibler, hat als erste im Jahr 2002 das Anhalter Kreuz für ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Unterstützende im Trauerfall verliehen bekommen


Vereine + Organisationen

  • Heimatverein Dohndorf e.V.
    Das traditionelle Osterfeuer wird vom Heimatverein unter Mitwirkung der Freiwilligen Feuerwehr organisiert. Für den Nachwuchs wird am 1. Juni pünktlich zum Kindertag ein Fest organisiert. Die Dohndorfer organisieren regelmäßig am ersten Juli-Wochenende ein Heimatfest. Bereits zum Jahresanfang wird dazu aufgerufen, sich freiwillig für eine Spaßgaudi zu melden. Worum genau es sich dabei handelt, ist ein gut behütetes Geheimnis und wird erst zum Heimatfest gelüftet.
  • Freiwillige Feuerwehr Dohndorf
    Die Floriansjünger der Freiwilligen Feuerwehr in Dohndorf nehmen an einer Reihe von zahlreichen Wettkämpfen teil und sind dabei recht erfolgreich. Beweis hierfür sind die zahlreichen Pokale die das Regal in der FFW zieren. Die Jugendfeuerwehr wurde 1991 gegründet.
  • Volkssolidarität e.V.
    Der Verein der Volkssolidarität ist ebenso ein wichtiger Teil des Dorflebens. Die Mitglieder verschiedener Generationen organisieren die Jahreszeitenfeste. Besuche von Operetten-Aufführungen mit Bewohnern benachbarter Orte, stärken die Zusammengehörigkeit der Gemeinschaft.
  • Dohndorfer Landfrauen + Verein "Faden, Form und Farbe"
    Seit mehr als 30 Jahren treffen sich die Dohndorfer Landfrauen und die Mitglieder des Vereins "Faden Form und Farbe" im Gemeindehaus. Dort stricken, häkeln, basteln und sticken sie allerlei schöne Dinge.


Regelmäßige Veranstaltungen

Der Saal des alten Gemeindehauses dient schon viele Jahre als Veranstaltungsort für Freizeitaktivitäten der Bewohner Dohndorfs. Alte Bilder zeigen die ehemaligen Mitglieder des Dohndorfer Männerchors und des Schießvereins. Die Fahnen der Vereine sind noch erhalten und sollen in einer geplanten Heimatstube zur Ausstellung stehen. Noch heute engagieren sich in Dohndorf verschiedene Vereine und sorgen dafür, dass das Dorfleben sich stets abwechslungsreich und bunt gestaltet. Es gibt eine Reihe an ereignisreichen Terminen in dem kleinen Dorf.

  • Jahreszeitenfeste
  • Osterfeuer immer am Ostersamstag auf der Festwiese
  • Kinderfest zum Kindertag am 1. Juni an der FFW
  • Heimatfest mit Spaßgaudi
  • traditioneller Weihnachtsmarkt mit "Selbstgemachten" im Kirchgarten
  • vierteljährlich Gottesdienste in der Dorfkirche


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