Fruchtbringende Gesellschaft

Die Fruchtbringende Gesellschaft ist die erste und bis heute bedeutendste Sprachgesellschaft in Deutschland. Sie entstand 1617 in Weimar und wurde von Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen ins Leben gerufen, um unter anderem Deutsch als Sprache sowohl von Gelehrten als auch von Dichtern zu propagieren. Sie wurde auch Palmenorden genannt, da ihr Emblem die damals recht exotische Kokospalme war. Der Palmenbaum galt in der früheren Neuzeit als nützlicher und in all seinen Teilen sinnvoll verwend- und verwertbarer Baum. Das Beiwort "Alles zu Nutzen" hält quasi als Motto die universale Gesellschaftsethik der Fruchtbringer fest.

Als bei einem Tischgespräch das Thema auf Sprachgesellschaften im Ausland und das Fehlen eines neuen Pendants kam, regte Hofmarschall Kasper von Teutleben die Gründung eines solchen Zirkels an. Spontan schlossen sich Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen, die Herzöge Friedrich von Sachsen-Weimar, Johann Ernst d.J. von Sachsen-Weimar, Wilhelm 4. von Sachsen-Weimar und der Freiherr Christoph von Krosigk dieser Idee an und gründeten noch am selben Tag die Fruchtbringende Gesellschaft.

Die Fruchtbringende Gesellschaft wuchs schnell und ständig, obwohl allein ihr erstes Oberhaupt - Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen - neue Mitglieder aufnehmen konnte. Wenige Jahre nach seinem Tod begann der Niedergang durch die Ausrichtung zu einem repräsentativen rein höfischen Ritter-Orden. Die Fruchtbringende Gesellschaft starb aus.