Löbnitz an der Linde

Die Ortschaft Löbnitz an der Linde liegt 8 km südwestlich von Köthen (Anhalt) auf einer Fläche von ca. 5,37 km². Löbnitz gehört seit dem 1. Januar 2004 zur Stadt Köthen (Anhalt) und hat 243 Einwohner (31.12.2013). Der Ortsbürgermeister Michael Reupsch kümmert sich um die Interessen der Einwohner.

Löbnitz an der Linde liegt in Richtung Könnern nahe der Landesstraße L 148. Die nächste Anbindung an die Autobahn A 14 befindet sich an der Auffahrt Könnern in Richtung Magdeburg.



Ortsbürgermeister:

derzeit nicht vorhanden
Sprechzeiten:

 

 

Ortschaftsrat:
Mitglieder des Ortschaftsrates Löbnitz an der Linde
Spielplätze: An der Molkerei und Wenndorfer Straße



Geschichtliche Fakten

Der Ortsname leitet sich aus der früheren geomorphologischen Lage - ein Sumpfgebiet - ab. Löbnitz, im Hochmittelalter "Lubenize" genannt, kann als "Sumpfdorf" bezeichnet werden, da "lub" ein mit Wald bewachsenes Sumpfland bedeutet.

Seinen Beinamen "an der Linde" verdankt Löbnitz einer uralten, vor der Kirche stehenden, Linde. Diese erlangte eine besondere Bedeutung, weil in ihr, ehe der Kirchturm erbaut wurde, eine kleine Glocke - die sogenannte Bimmel mit einem Durchmesser von 0,57 m - hing.

Zu DDR-Zeiten wurde der Namenszusatz "an der Linde" dementiert. Dies stellte die Löbnitzer Gemeinde nicht zufrieden und so wurde er nach der Wende durch den damaligen Bürgermeister Karlheinz Hensel wieder beantragt. Als Namensbeweis diente ein alter Stempel von 1942 mit der Prägung "Löbnitz an der Linde".

1145                   
Papst Lucius II. nimmt das Kloster Nienburg in seinen Besitz zum Besitztum gehörte auch die Siedlung Löbnitz
1148 erste urkundliche Erwähnung
um 1200
Löbnitz gehört zum Erzbistum Madgeburg
1205 Papst Innocenz III. nimmt das Kloster Nienburg in seinen Besitz; Erwähnung des Ortes "Lubenize"
1230 Statut über die Ämter des Doms für das Erzbistum Magdeburg: "Diesen hohen Ämtern sollte das Dorf Lubeniz liefern, was an Geld, Getreide und sonstigen Naturallieferungen festgesetzt ist."
1261 Schenkung der Vogtei des Dorfes Lubeniz an Dompropst Albrecht von Magdeburg, Geldforderungen werden durch den Dompropst aufgehoben
1529 erste urkundliche Erwähnung von Wenndorf (gehört heute zu Löbnitz), Wenndorf war bis 1564 im Besitz der Familie Wülknitz
1635 Prager Frieden bedingt die Zugehörigkeit von Löbnitz zu Kursachsen
1648 Löbnitz bleibt auch nach dem 30-jährigen Krieg kursächsisch
1680 Kurfürst Friedrich Wilhelm von Preußens Treueschwur auf dem Territorium des Magdeburger Holzkreises bestimmt den Wechsel von Löbnitz an Preußen
1815 nach Errichtung der preußischen Provinz Sachsen gehört Löbnitz zum Saalkreis
1829 Errichtung des Kirchturms
1830 Wenndorf ist im Besitz der Familie Reuthe-Fink
1890 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
1942 Eingliederung in den Kreis Dessau-Köthen
1950 Zusammenschluss der Gemeinden Löbnitz an der Linde und Wenndorf (Gemeindename heißt Löbnitz a. L.)
2004 Eingemeindung der Gemeinde Löbnitz an der Linde in die Kreisstadt Köthen (Anhalt), Löbnitz erhält damit den Status einer Ortschaft



Kultur + Sehenswürdigkeiten

Sehenswert und kulturell von großer Bedeutung ist die Dorfkirche, deren Bau im Kern auf das 13. Jahrhundert zurück geht. Der heutige Turm, welcher rechteckige Schall-Luken besitzt, wurde im Jahr 1829 im klassizistischen Stil errichtet. Die hinaufführende Holzwendeltreppe ist um einen Baumstamm errichtet worden. Seit einigen Jahren befindet sich auf dem flachen Pyramidendach des Turms eine goldene Spitze mit einer Wetterfahne.
Die Orgel, deren Gehäuse ebenfalls die klassizistische Zeit widerspiegelt, steht auf einer L-förmigen Empore. Das Kircheninstrument besitzt einen Blasebalg und wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Die Kanzel und der Altar sind geprägt von romanisierenden Formen aus dem späten 19. Jahrhundert. Die eindrucksvollen Bleiglasfenster, auf denen kirchliche Motive zu sehen sind, stammen auch aus dieser Zeit. Bis heute sind die Fenster sehr gut erhalten.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden zwei von insgesamt drei Glocken für den Waffenbau eingeschmolzen. Sie konnten bis heute nicht ersetzt werden. Das Gotteshaus zeigte bis vor einigen Jahren auffällige, durch die Witterung hervorgerufene, Schäden. Viele Spenden ermöglichten 2001 den Beginn der Kirchensanierung. 2007 wurden mit der Fertigstellung des Schlagwerkes der Turmuhr im Wert von 7.500 Euro die Sanierungsarbeiten vorerst abgeschlossen.

In Löbnitz steht eine sehr alte Eiche, die neben der Dorfkirche ebenfalls einen Besuch wert ist. Sie wurde 1872 nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges am südöstlichen Ortseingang an der "Alten Handelsstraße" als Friedenseiche gepflanzt. Unweit davon befindet sich ein Kriegerdenkmal, dessen Gedenktafel jedoch 1945 zerstört wurde. Seither liegt sie beim Steinmetz zur Restaurierung.


Parks + Natur

Im Norden der Ortschaft befindet sich der sogenannte Fischteich. Dieser und der Spielplatz an der Wenndorfer Straße sind in einer parkähnlichen Landschaft eingebettet. Die durch Baumalleen geschützten und abgeschirmten Wege sowie die am Wegesrand und am Teich stehenden Parkbänke laden zum Spazieren und Erholen ein.


Wirtschaft

Im Südwesten von Löbnitz befindet sich ein Gewerbegebiet. Es entstand Anfang der 1990er Jahre und umfasst eine Fläche von 23 Hektar, wovon das produzierende Gewerbe ein Gebiet von 16 Hektar einnimmt. Seit der Gründung haben sich dort folgende Unternehmen angesiedelt:

Die Wirtschaft des Ortes Löbnitz an der Linde umfasst neben dem Gewerbegebiet eine Silo-Anlage im Osten und eine kleine Schankwirtschaft "Bierstübchen Richter" im Ortskern.


Bekannte Personen aus Löbnitz an der Linde

  • Gutsbesitzer Hermine und Albert Bethmann
  • Gutsbesitzer Familie Schilling


Regelmäßige Veranstaltungen

  • Rentnertreff (jeden 4. Mittwoch im Monat in der Festburg)
  • Osterfeuer auf der Wiese an der Flachsreese
  • Männertagsfeier in der Festburg
  • Burgfest (im Sommer)


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