Schloss - Ludwigsbau

Der Ludwigsbau des Köthener Schlosses folgt der Tradition der obersächsisch-schlesischen Schlossbaukunst und besitzt stilistische Reminiszenzen des alten Dresdner Schlosses mit seinem italienischen Formengut. Man könnte bei der Planung auch einen Anteil des sonderlich im Geiste der italienischen Renaissancekultur geschulten Bauherrn Ludwig von Anhalt vermuten, der immerhin für den "Steinernen Gang" (offene Galerie) wie für die Gartenanlage nachweisbar ist.

Im Apothekengewölbe des Ludwigsbaus ist die Köthen Information ansässig. Hier richtet das Historische Museum ständig wechselnde Sonderausstellungen ein.
Zum Rundgang gehören die Schlosskapelle, das Sakristeigewölbe (Prähistorische Sammlung), der Steinerne Gang, der Spiegelsaal und die Hahnemann-Lutze-Präsentation (westliches Apothekengewölbe).

Die Schlosskapelle wurde 1602 als Kirche im Keller des Ludwigsbaues erstmals erwähnt. Johann Sebastian Bachs Sohn Leopold August wurde hier im November 1718 getauft. 1731 baute Michael Hoppenhaupt aus Meseburg die Kapelle um. Es entstanden der Fürstenstuhl und eine Orgel des Bernburger Meisters David Zuberbier. Der barocke Raum wurde 1878 vernichtet. Von 1879 bis 1962 bestand hier der ebenerdige Singesaal. 1963 wurde in der alten Raumhülle der Bachsaal gestaltet. 1988-1991 erfolgte die Zurückgewinnung als Schlosskapelle (Emporenkirche). Seitdem stehen hier die Orgel des Zuberbier-Sohnes Johann Christoph, gebaut 1754-1755, und das Miethke-Cembalo. Die Schlosskapelle wird auch für Eheschließungen genutzt.

In der ersten Etage des Ludwigsbaus befindet sich die Bachgedenkstätte. Hier zeigt das Historische Museum Ausstellungen zur reichen Geschichte der Stadt Köthen und der höfischen Kultur. In mehreren Räumen kann eine Zeitreise in das Leben am Schloss zu Zeiten Johann Sebastian Bachs unternommen werden. Darüber hinaus gibt es weitere ständige Ausstellungen, etwa zur Fruchtbringenden Gesellschaft und zum Homöopathen Samuel Hahnemann.

Den Mittelteil im Obergeschoss des Ludwigsbaues nimmt der 1822 von Gottfried Bandhauer umgebaute ehemalige Thronsaal (Spiegelsaal) ein. Bandhauer entwarf ein flaches Korbbogengewölbe mit Kassetten, das als Scheingewölbe in den alten Dachstuhl eingehängt wurde. Dabei verwendete er die vorhandenen Giebelaufbauten geschickt als Oberlichter einer raumzentrierten Quertonne, welche an dieser Stelle die Längstonne des Gewölbes durchdringt. Damit entstand eine gelungene Konzentrierung auf die optisch erweiterte Raummitte.
Ab Januar 2011 wird der Spiegelsaal einer umfassenden Sanierung unterzogen, die sich über mehrere Jahre erstrecken wird.

Zu Ehren von Johann Sebastian Bach, der 1717-1723 in Köthen als Hofkapellmeister seine mittleren Schaffensjahre verbrachte, wurde eine Gedenktafel vom Bildhauer Robert Propf geschaffen, die sich am Ludwigsbau befindet.
Inschrift: Joh. Seb. Bach schuf hier in den Jahren 1717-1723 unvergängliche Kunstwerke. Sei stolz auf ihn Vaterland, aber sei auch seiner wert.


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