Großwülknitz + Kleinwülknitz

In den 6 und 5 km von Köthen entfernten Ortschaften Großwülknitz und Kleinwülknitz leben etwa 490 Einwohner (per 31.12.2013) auf einer Fläche von ca. 8,10 km². Seit dem 1. Januar 2004 gehören Groß- und Kleinwülknitz zur Stadt Köthen (Anhalt). Um die Belange der Bürger vor Ort kümmert sich hier die Ortsbürgermeisterin Karin Krietsch.

Kleinwülknitz liegt direkt an der Landesstraße L 145. In ca. 18 km Entfernung befindet sich die Autobahn A 14 mit der Auffahrt Könnern, welche ein schnelle Anbindung in Richtung Magdeburg und Halle ermöglicht.



Ortsbürgermeisterin:

Karin Krietsch (Kontakt)

Sprechzeiten:

jeden 2. und 4. Donnerstag von 17:00-18:00 Uhr
Dorfgemeinschaftshaus
Am Park 8
Kleinwülknitz
Telefonnummer (03496) 55 83 18

Ortschaftsrat:
Mitglieder des Ortschaftsrates
Spielplätze:

Spielplatz Großwülknitz
Spielplatz Kleinwülknitz



Geschichtliche Fakten

Wülknitz wurde erstmalig im Jahre 1149 urkundlich erwähnt. Genauer ist von einem Ort namens "Wolnizi" die Rede, welcher Teil des Burgward Kleutsch war. Dieser wurde durch den Abt von Nienburg an den Erzbischof von Magdeburg verkauft. Es ist anzunehmen, dass mit "Wolnizi" insbesondere auf Großwülknitz Bezug genommen wird. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und bedeutet, dass es sich hierbei um die Familie und das Dorf des Wielkan oder Wielkanicy handelt. Wielkan wird alten Schriften zufolge mit Wolfshaufen übersetzt.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts waren zahlreiche adlige Familien in Großwülknitz ansässig. Unter anderem die Familien derer von Brietzke, von Lerik, von Hoyer und von Hanffstengel. Der Hof der Familie von Hanffstengel ging später an die Herzogin Julie von Anhalt-Köthen über, welche ihn schließlich der katholischen Kirche Köthen vermachte.


Kultur + Sehenswürdigkeiten

Kirche Großwülknitz

Die Kirche in Großwülknitz stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist somit das älteste erhaltene Bauwerk in der Region und die älteste Kirche auf dem Köthener Stadtgebiet. Sie wurde kreuzförmig im romanischen Stil errichtet, wobei sich der Turm unüblicherweise an der Ostseite des Gebäudes befindet. Die Kirche verfügt über zwei Glocken, wobei die kleinere Anfang des 13. Jahrhunderts und die größere Anfang des 14. Jahrhunderts angebracht wurde. Ebenfalls in Richtung Osten befindet sich der Altarraum mit einer leicht eingezogenen Apsis. Im Laufe der Jahre wurde das Kirchenschiff in Richtung Westen verlängert und die Fenster vergrößert. 1805 erhielt die Kirche eine Uhrkammer. 1877 wurde ein Uhrwerk aus dem Hause Weule im niedersächsischen Bockenem installiert, das 2010 restauriert wurde. Im Jahre 1815 wurde im Norden der Anlage eine Leichenhalle erbaut. Der hölzerne Altar und die Kanzel des Gotteshauses stammen aus dem Jahr 1873. Die 1899 von Köthener Orgelbaumeister Pfanneberg gebaute Schleifladenorgel wurde 2006 restauriert. Die letzte Sanierung des Kircheninnenraums erfolgte 1935.
Bereits im Jahre 2010 wurde das alte Fenster im Querschiff der Kirche ersetzt. Die beiden Fenster in der Apsis erstrahlen seit 2012 in neuem Glanz. Alle drei Fenster wurden von der aus Wallwitz stammenden Künstlerin Gisela Krell entworfen. Diese wählte bei der Gestaltung des mundgeblasenen Antikglases bewusst die Grundfarben blau, rot und gelb. Hierbei handelt es sich um die ersten Farben der historischen Glasmalerei wodurch dem romanischen Stil der Kirche entsprochen wird. Die Künstlerin verzichtete auf figürliche und symbolische Elemente und möchte stattdessen durch verschiedene Rechtecke die Verbindung zwischen Himmel und Erde darstellen.


Kirche Kleinwülknitz

Das ursprüngliche Gotteshaus aus dem 13./14. Jahrhundert musste um 1831 abgerissen werden, da es einen großen Mauerriss aufwies, durch den der hölzerne Kirchturm einzustürzen drohte.
Die heutige Kirche in Kleinwülknitz wurde erst in den Jahren 1833/34 errichtet. Sie befindet sich mittig im Dorf und ist von einem Kirchhof umgeben. In das rechteckige Kirchenschiff ist im klassizistischen Stil ein quadratischer Turm eingelassen. Den Eingang zur Kirche findet man auf der Westseite. Er ist durch eine sechsstufige Freitreppe zu erreichen.
Der Neubau stand unter Leitung des Baumeisters Hengst aus dem Bauamt Köthen und wurde durch Handwerker und Meister aus der Region Köthen, Bernburg und Reinsdorf umgesetzt. Für den Bau verwendete man hauptsächlich Bruchsteine aus Wohlsdorf und Löbejün sowie Mauersteine aus Wettin und Aken. Der aus Sandstein und Marmor bestehende Altar wurde der Kirche 1890 von der ansässigen Familie Säuberlich gespendet. Die während des Neubaus im Jahre 1833 errichtete Orgel erhielt 1925 ein neues Orgelwerk, welches von dem Orgelbauer Fleischer eingesetzt wurde. Letztmalig fanden im Jahre 1908 Ausbesserungsarbeiten am oberen Teil des Turmes statt.
Im ehemaligen Pfarrgarten stehen ein spätgotischer Taufstein aus Sandstein und ein Gedenkstein für die Gefallenen des ersten Weltkrieges.


Der liebevoll sanierte Mäuseturm in Kleinwülknitz stammt aus dem 18. Jahrhundert und steht unter Denkmalschutz.

Des Weiteren befindet sich entlang der Ortsdurchfahrt ein Kriegerdenkmal, welches an das Ende des Deutsch-Französischen Krieges und die Entstehung des 2. deutschen Kaiserreiches im Jahr 1871 erinnert.


Wirtschaft

  • Schankwirtschaft Hauenstein
  • Autohaus Kranz & Partner
  • Köthener Spezialdichtungen GmbH
  • FROST INOX - Metallbau rund um Edelstahl
  • Dachdecker Dießner
  • Erbs Schornsteintechnik
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Michaelis Bau GmbH


Berühmte Personen aus Kleinwülknitz

Im 17. Jahrhundert wurde hier die spätere Fürstin von Anhalt-Köthen, Gisela Agnes von Rath, geboren.

Wilhelm von Rath wurde um 1585 in Kleinwülknitz geboren und entstammte altem anhaltischen Landadel. Nach einem nicht abgeschlossenen Studium schlug er eine Laufbahn beim Militär ein.
Während des Dreißigjährigen Krieges diente er unter Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen und wurde von diesem zunächst zum Kriegskommissar und 1627 zum Befehlshaber der berittenen Landpatrouille der anhaltischen Ritterschaft ernannt. Als besonders siegreich gegen die kaiserlichen Truppen erwies sich seine Kavallerie in der Schlacht bei Breitenfeld im Jahre 1631.
1627 wurde von Rath durch den Fürsten Ludwig in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Im Köthener Gesellschaftsbuch fand sich Raths Eintrag mit dem Zusatz "der Abkratzende" unter der Nr. 141.
Am 27. April 1641 wurde Wilhelm von Rath von einer Gruppe plündernder Soldaten in der Nähe von Wieskau ermordet.


Vereine + Organisationen


Regelmäßige Veranstaltungen

  • Traditionelles Osterfeuer am Ostersamstag
  • Heimatfest im Sommer
  • Erntedankfest in der Kulturscheune
  • Scheunenadvent jeweils Samstag vor dem 1. Advent in der Kulturscheune
  • Kinder- und Rentnerweihnachtsfeier des Kulturvereins Wülknitz jeweils Samstag vor dem 2. Advent

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