Zehringen

Der nördlich von Merzien gelegene Ort Zehringen gehört mit 272 Einwohnern (Stand: 31.12.2016) als Ortsteil Merziens zur Stadt Köthen (Anhalt). Trotz seiner nur fünf Straßen hat er einiges zu bieten, zu erleben und zu besichtigen.


Ortsbürgermeister:
Adolf Tauer
Sprechzeiten:

nach Terminvereinbarung vor Ort

Telefonnummer 0174/ 33 78 257

Ortschaftsrat: Mitglieder des Ortschaftsrates Merzien

Spielplätze:

Spielplatz Zehringen

 




Geschichtliche Fakten

Erstmals wurde "Zeringe" um 1370 urkundlich erwähnt. In seiner jetzigen Schreibweise taucht die Bezeichnung "Zehringen" ab 1589 auf.

1596  
sollten die lutherischen Zehringer durch eine Verordnung des Fürsten Johann Georg zum reformierten
Glauben übertreten. Obwohl die Bevölkerung zur damaligen Zeit üblicherweise den befohlenen Glauben
ihres Lehnsherren annehmen mussten, erwies es sich als schwierig, die Bürger Zehringens und des
umliegenden Landes "für das neue Bekenntnis zu gewinnen".
1620  
wütete auch in Zehringen die Pest
1631  
Plünderungen des Rittersitzes im Zuge des Dreißigjährigen Krieges
1648  
Zehringen war laut eines Pfarrerberichts entvölkert und exhumiert
um 1783  
bis 1789  
gab es mehrere Schornsteinbrände auf dem Rittergut auf Grund von Nachlässigkeiten des
Schornsteinfegers; Zehringen hatte bereits eine eigene Feuerwehr, welche 1970 aufgelöst wurde
1916  
Brand des Merziener Pfarrhauses, bei dem die ältesten Kirchenbücher und somit zahlreiche Daten
verloren gingen
1925  
wird das erste elektrische Lichtsystem im Ort eingerichtet
1935  
Einweihung des Kriegsdenkmals
um 1942  
Hochwasser in Zehringen
25.05.1951  
Gründung des Pflegeheimes
Aug. 1997  
Besuch des ehemaligen Rittergutsbewirtschafter Adolf Strandes
1999  
Errichtung einer historischen Druckerei auf dem Gut Zehringen
03.05.2000  
Gründung des Fördervereins "Zehringen" e. V.


Kultur + Sehenswürdigkeiten

Kulturell hat Zehringen neben dem ehemaligen Rittergut mit historischer Druckerei seine Dorfkirche zu bieten. Deren ältester Teil, der Unterbau des Kirchturms, stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert. Kirchenschiff und Chorschluss hingegen wurden wahrscheinlich in der Spätgotik mit korbbogenförmigen Fenstern und einem schlichten Innenraum erbaut. Die Kirche erhielt 1749 an der Südseite die Sakristei als Anbau. 1935 stellte die Gemeinde am Eingang zur Kirche ein Kriegerdenkmal auf.

2007 fanden Sanierungsarbeiten an der Kirche statt, so dass sie sich nun den Besuchern in neuer, ungewöhnlich starker Farbenpracht zeigt. Sehenswert sind in Zehringen vor allem:

  • das Rittergut Gut Zehringen
  • die archäologischen Fundgegenstände im Köthener Museum
  • die Dorfkirche


Parks + Natur

Einst lud der Zehringer Park die Einwohner des Ortes zum Erholen und Genießen im Freien ein, nun gehört diese ca. 1 ha große Fläche zur Langzeiteinrichtung für behinderte Menschen.

Der Zehringer Busch gehörte mit dem Merziener Busch und dem Ziethe Busch zu einem lang gestreckten Waldgebiet entlang der Ziethe. Auf Grund des zunehmenden Bedarfs an Acker-, Weide- und Wiesenflächen wurde dieser jedoch abgeholzt. So zeugen heute nur die Restwälder von der früheren Auenwaldlandschaft. Die in diesem Gebiet befindlichen Wälle und Gräben, welche auf eine Wallburg (Fluchtstätte) schließen lassen, bilden ein einzigartiges Ambiente.
Im Regenschatten des Harzes befindlich, erstreckt sich dieser Laubmischwald auf etwa 500 m Länge und 130 m Breite. Der Waldboden besteht vorwiegend aus Ablagerungen sowie teils aus Auenlehm mit unterschiedlichen Sandanteilen und eingewehtem Lößsand. Bereits 1927 wurde der Zehringer Busch auf Antrag des Vogelschutzvereins Köthen zum Naturschutzgebiet erklärt.

Detaillierte Angaben zu Vegetations- und Bodenverhältnissen als auch klimatischen Bedingungen und einer gedrängten Zusammenstellung einer Bestandsaufnahme können in der Chronik "Zwei Orte an der Ziethe" nachgelesen werden.


Wirtschaft

Ab etwa 1886 übernahm Familie Strandes das Rittergut und errichtete dort eine Zuckerfabrik. Der große Kornspeicher des Gutes wurde während des zweiten Weltkrieges als Lager der Junkerswerke umgenutzt. So waren dort zu dieser Zeit vor allem Ersatzteile für den Flugzeugbau und Flugzeugmotoren statt Gerste oder Roggen zu finden.
Nachdem das Gutsherrenhaus Ende der 1940er Jahre von Umsiedlern aus der CSSR bewohnt wurde, wurde dort am 25. Mai 1951 ein Altenpflegeheim eingerichtet. Dieses entwickelte sich zu einer seit 1992 als solche bis heute existierenden Langzeiteinrichtung für geistig- und mehrfach behinderte Erwachsene. Dieses befindet sich seit 1994 in privater Trägerschaft der Unternehmensgruppe Burchard Führer, welche in den darauf folgenden Jahren zahlreiche Baumaßnahmen durchführte, so dass 1997 einige Bewohner und die Verwaltung in den als Wohn- und Therapiecenter umgebauten Getreidespeicher einziehen konnten. Zwei Jahre später fand die Errichtung einer historischen Druckerei auf dem Gelände des alten Rittergutes statt.


Bekannte Personen des Ortes

  • Lehrer (Kantor) Georg Pohle
  • Ritterguts-/Lehnbesitzer:
    • Familie von Schlegel
    • Familie Eggerling
    • Familie Strandes

Adolf Strandes besuchte 1990 zum ersten Mal nach 45 Jahren seine alte Heimat und das ehemalige Elternhaus, welches heute als Pflegeheim genutzt wird.


Regelmäßige Veranstaltungen

  • Zehringer Dämmerschoppen (4 x jährlich, Teilnahme auf Anfrage)
  • Tag der offenen Tür des Gut Zehringen
  • Frühlings-, Sommer-, Herbstfest
  • Halloweenfeier
  • Sportfest