Nicht füttern: Mitteilung des Stadtjägers zu Nutrias in lokalen Gewässern
Bei Nutrias handelt es sich um eine ursprünglich aus Südamerika stammende invasive Tierart, die sich in vielen Regionen Deutschlands mittlerweile dauerhaft etabliert hat. Aufgrund ihrer hohen Anpassungsfähigkeit, ihrer schnellen Vermehrung sowie des Fehlens natürlicher Feinde innerhalb urbaner Räume kommt es insbesondere an innerstädtischen Gewässern zu stark anwachsenden Populationen.
Die regelmäßige Fütterung durch Bürgerinnen und Bürger führt dabei zu einer künstlichen Erhöhung des Nahrungsangebotes und begünstigt eine weitere Populationszunahme. Tiere verlieren dadurch zunehmend ihre natürliche Scheu gegenüber Menschen, was zu einer verstärkten Ansiedlung unmittelbar in Aufenthalts- und Erholungsbereichen führt. Dies erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit von Konflikten zwischen Mensch und Tier, sondern erschwert auch eine tierschutzgerechte Bestandsregulierung.
Darüber hinaus verursacht die erhöhte Nutriadichte erhebliche Schäden an Ufer- und Gewässerstrukturen. Nutrias graben weitverzweigte Baue in Uferböschungen, wodurch diese unterhöhlt und destabilisiert werden. Die Folgen sind Erosionsschäden, Böschungsabbrüche sowie eine Gefährdung von Wegen, Grünanlagen und wasserbaulichen Einrichtungen. Besonders an innerstädtischen Gewässern können hierdurch hohe Kosten für Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen entstehen.
Auch aus ökologischer Sicht ist die Fütterung problematisch. Nutrias verdrängen durch ihren hohen Fraßdruck heimische Tier- und Pflanzenarten und beeinträchtigen sensible Ufervegetationen nachhaltig. Brut- und Rückzugsräume von Wasservögeln, Amphibien und Kleintieren werden zerstört oder erheblich gestört. Zusätzlich verschlechtert überschüssiges Futter die Wasserqualität, fördert die Vermehrung von Ratten sowie die Belastung durch Fäkalien und kann hygienische Probleme verursachen.
Besonders kritisch ist, dass viele Bürgerinnen und Bürger die Tiere aufgrund ihres ruhigen Verhaltens und ihres „niedlichen“ Erscheinungsbildes als harmlos wahrnehmen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine invasive Art mit erheblichem Schadpotenzial für Infrastruktur, Gewässerökologie und öffentliche Sicherheit. Durch regelmäßige Fütterung wird dieses Problem ungewollt verstärkt.
Nur durch eine konsequente Reduzierung künstlicher Futterquellen kann langfristig verhindert werden, dass sich die Nutriapopulation weiter erhöht und daraus zusätzliche Schäden für Natur, Infrastruktur und öffentliche Anlagen entstehen.
Elmar Jarosz (Stadtjäger)
