BCKategorie 08.11.2017 09:18:51 Uhr

Felix Friedheim (1845-1900)

Der Bankier Felix Friedheim wurde auf Grund seiner Spenden für soziale Projekte und den Rathausneubau zum Ehrenbürger der Stadt Köthen ernannt. Wirtschaftlich widmete er sich vorrangig der Förderung von Zuckerfabriken.

Jakob Felix Friedheim wurde am 13. August 1845 in eine langjährig in Köthen ansässige Familie hinein geboren.


Felix Friedheims Vorfahren

Felix Friedheims Großvater, der Hofagent Baruch Jakob, gründete 1795 gemeinsam mit seinem Bruder ein Tuchgeschäft und besaß seit 1799 das fürstliche Privileg zur Errichtung eines Leihhauses. Aus diesem privilegierten Leihhaus der Firma „B. J. Friedheim und Comp.“ gestattete Herzog Heinrich von Anhalt-Köthen im Jahre 1847 eine Sparkasse ins Leben zu rufen.


Eintritt ins Unternehmen

Mit der Einführung der neuen Gewerbeordnung ging die herzoglich privilegierte Sparkassenanstalt in eine offene Handelsgesellschaft über. Unter der Firmenbezeichnung „B. J. Friedheim & Co.“ oHG trat Felix Friedheim 1872 als Sozius dem Unternehmen bei.

Ein Jahr später verstarb sein Vater Joseph Friedheim, langjähriger Abgeordneter des Anhaltischen Landtages. Gemeinsam mit seiner Mutter Minna geb. Cohn, führten sie als Inhaber das Bankgeschäft weiter.


Familiengründung

Eine erste Ehe ging Felix Friedheim mit Ida geb. Wrede, der Tochter des Köthener Mälzereidirektors Albert Wrede, ein. Am 12. Oktober 1876 kam ihre Tochter Ida in Köthen zur Welt. Kurze Zeit nach der Geburt verstarb die Ehefrau. Ihr zu Ehren errichtete Felix Friedheim im gleichen Jahr die „Ida-Friedheim-Stiftung“ zur Unterstützung bedürftiger Wöchnerinnen.

Zum zweiten Mal ehelichte Felix Friedheim am 11. Dezember 1879 Adele geb. Schönfeld. Insgesamt hatte er fünf Kinder, wovon zwei in jungen Jahren verstarben.

Vom Wohnsitz Schalaunische Straße 40 zog die Familie 1885 in ihr neu erbautes Haus am Heinrichsplatz 2. Architekt dieser Villa war der in Berlin in der Friedrichstraße ansässige Baumeister Heim.


Felix Friedheim unterstützte zahlreiche Projekte

Neben unzähligen Unterstützungen für die Wohlfahrtspflege, Spenden und finanziellen Beihilfen zu einzelnen Projekten lag Felix Friedheims Wirkungsfeld im wirtschaftlichen Bereich - vorrangig in der Förderung der Zuckerfabriken, wie die Gründung der Zuckerfabrik in Elsnigk.

Seit 1877 war er Mitglied in den Aufsichtsräten der Zuckerfabriken Glauzig, Edderitz, Holland und Köthen AG, der Grube Leopold AG und anderen mehr.

Im Jahre 1895 feierte das Bankhaus sein 100-jähriges Jubiläum - Anlass für Felix Friedheim, mit umfangreichen Spenden für den neuen Rathausbau und einer Stiftung für die Armen seiner Vaterstadt zu gedenken. Vom Anhaltischen Herzog wurde ihm der Titel „Geheimer Kommerzienrat“ verliehen und die Stadt ernannte ihn zum Ehrenbürger.

Die Einweihung des neuen Rathauses und die von ihm finanzierte Ausgestaltung des Sitzungssaales konnte er nicht mehr erleben. Am 28. März 1900 verstarb Felix Friedheim in Berlin. Auf dem alten Friedhof in Köthen, auf dem er beerdigt wurde, stiftete die Stadt ihrem Ehrenbürger ein Denkmal und übergab es am 12. April 1901 der Familie. 1954 wurde die Grabstätte Friedheims vernichtet, aber ein neuer Gedenkstein erinnert noch heute an ihn.


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