BCKategorie 08.11.2017 09:18:51 Uhr

Dr. Georg Krause (1849 - 1927)

Der gebürtige Köthener Dr. Georg Krause zählte zu den bedeutenden Chemikern seiner Zeit und war Herausgeber der „Chemiker Zeitung“. Er engagierte sich für viele Vereine und Projekte in ganz Deutschland und in Köthen.

Georg Krause kam am 21. Juni 1849 als Sohn des Historikers, Bibliothekars der Schlossbibliothek und Anhaltischen Hofrats Gottfried Krause in Köthen zur Welt. Er wurde am 12. Juli 1849 in der lutherischen Kirche St. Agnus getauft. Namhafter Taufpate war der Ornithologe Prof. Dr. Johann Friedrich Naumann.


Georg Krauses Lehrjahre

Krause beendete seine Schullaufbahn auf dem Gymnasium in Köthen, absolvierte zunächst von 1864 bis 1868 eine Apothekerlehre und studierte von 1871 bis 1872 Pharmazie und Chemie in Berlin. Das Studium absolvierte er mit der Approbation zum Apotheker. Als Volontär war er von Januar bis März 1873 in der Zuckerfabrik Wulfen tätig. Er arbeitete in verschiedenen Städten als Apotheker bis er im April 1874 in der Fabrik für chemische Produkte zu Leopoldshall-Staßfurt als Chemiker eingestellt wurde. Im Juli des Jahres 1875 promovierte er an der Uni Jena über „Vorkommen und Verwendung des Staßfurtits“ zum Dr. phil. Anschließend nahm er eine Tätigkeit als Assistent an der Bergakademie in Clausthal auf und entdeckte 1876 das Staßfurter Mineral „Reichardtit“.


Chemiker-Zeitung

Dr. Georg Krause erlangte 1876/77 erste Kenntnisse im Buch- und Verlagswesen bei der Unterstützung seines Bruders in dessen Buchhandlung in Wunsiedel. Dies war der ausschlaggebende Schritt zur Herausgabe der "Chemiker-Zeitung". Am 4. Dezember 1876 erschien eine Probeausgabe mit den neusten Forschungsergebnissen renommierter Wissenschaftler und Nachrichten aus der Industrie. Die Zeitung fand rege Abnahme von Chemikern, Technikern, Apothekern und Ingenieuren nicht nur in Deutschland und wurde ab Januar 1877 regelmäßig herausgebracht. Das erste Domizil des Verlages befand sich in der Augustenstraße 104. Auf dem Fußweg war in blauen Pflastersteinen „Chemiker-Zeitung“ zu lesen. Georg Krause verkaufte die "Chemiker-Zeitung" 1905 an Otto von Halem.


Engagement in seiner Heimatstadt Köthen und anderswo

1889 erwarb Krause in der Klepziger Straße (heutige Dr.-Krause-Straße) ein Grundstück mit einer Villa, welche heute unter den Namen Krause-Villa bekannt ist. Dr. Krause förderte und finanzierte viele Vereine und Projekte in ganz Deutschland und in seiner Heimatstadt Köthen. Er war unter anderem Hauptsponsor des Fürst-Ludwig-Denkmals und finanzierte das Dürerbundhaus als Ausstellungshalle und Lesekabinett, welches mit einer Tafel versehen ist, die noch heute auf den Stifter hinweist. Denn er war kein stiller Wohltäter, er hatte einen ausgeprägten Selbstdarstellungsdrang und wollte, dass die zukünftige Öffentlichkeit auch von seiner Großzügigkeit erfuhr. Trotzdem erlangte er hohes Ansehen bei seinen Mitmenschen, da er viel für die Kultur und Bildung tat.

Anlässlich eines Besuches auf der Nordseeinsel Langeoog 1899 zeigte sich Krause von der Arbeit der Rettungsmänner beeindruckt. Er stiftete deshalb im selben Jahr ein Ruderrettungsboot, welches auf der Station Langeoog Ost beheimatet war und fortan unter seinem Namen Einsätze für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) fuhr. Zahlreiche Menschen konnten mit diesem Boot aus Seenot gerettet werden.


Ehrenbezeugungen

1900 erhielt er den Anhaltischen Verdienstorden für Wissenschaft und Kunst zum Herzoglich Anhaltischen Hausorden Albrecht des Bären von Herzog Friedrich I. 1901 ernannte der Herzog ihn zum Professor und 1913 wurde ihm der Titel Hofrat verliehen. Im selben Jahr benannte man die Klepziger Straße in Dr.-Krause-Straße um, was eine Seltenheit ist, da es noch zu Lebzeiten von Dr. Georg Krause geschah. Er war in vielen Vereinen Ehrenmitglied als Dank für seine finanzielle Unterstützung.


Die letzten Jahre von Dr. Georg Krause

In den letzten Jahren des Hofrats Prof. Dr. Georg Krause wurde es ruhiger um ihn. 1917 verstarb seine erste Ehefrau Marie Auguste. Eine zweite Ehe ging er 1923 mit Elisabeth Kopsel ein. Nur vier Jahre danach, am 8. März 1927, verstarb er in Köthen und wurde auf dem alten Friedhof seiner Geburtsstadt beigesetzt.

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