Historische Gebäude - Hallescher Turm

Standort: Hallesche Straße 10

  • erste Erwähnung 1462
  • wurde von 1592 bis Mitte des 19. Jahrhunderts als Gefängnis genutzt
  • später Sitz für verschiedene Vereine
  • quadratischer Grundriss
  • fünf-geschossiger Torturm des ehemaligen Halleschen Tores
  • Wandstärken bis 1,20 m
  • kupferne Turmhaube
  • schießschartenartige Fenster
  • Gesamthöhe 32,2 Meter
  • heute Domizil der Veranstaltungskasse der Köthen Kultur und Marketing GmbH

Stadtmaskottchen "Halli"

Der Hallesche Turm ist eines der stadtbildprägenden Gebäude in der Köthener Innenstadt. Noch mehr Aufmerksamkeit erhielt der Turm im Zusammenhang mit dem 19. Sachsen-Anhalt-Tag des Landes Sachsen-Anhalt, der im Mai 2015 in Köthen stattfand. Zu diesem Anlass nämlich, wurde mit einem Plakat geworben, welches den - per Hand gezeichneten - Halleschen Turm gemeinsam mit der Köthener Jakobskirche und dem Magdeburger Turm in einer lustigen Parade zeigte. Der "Halli", wie der gezeichnete Turm mit dem sympathischen Gesicht nunmehr genannt wird, stammt aus der Feder des Köthener Zeichners Steffen Fischer und hat sich zum Stadtmaskottchen der Stadt Köthen "gemausert". Nicht nur der echte Hallesche Turm bekam schließlich zum Sachsen-Anhalt-Tag ein Gesicht. Auch als Walking Act erfreute der "Halli" Groß und Klein zum Landesfest. Und nicht nur das: auch viele Händler, Gewerbetreibende und Institutionen belebten ihre Einrichtungen mit dem Stadtmaskottchen "Halli".

Der Hallesche Turm

Der Hallesche Turm ist einer der wenigsten Bestandteile der Stadtbefestigung der mittelalterlichen Stadt Köthen (Anhalt), welche bis in die heutige Zeit erhalten sind. Die Ringmauer war bereits im 13. Jahrhundert vorhanden. Drei Tore führten durch die Mauer und über den Graben in die Stadt - das Magdeburgische, das Schalaunische und das Hallesche Tor. Alle Stadttore hatten ein inneres und ein äußeres Tor. Der Weg in die Stadt führte durch das äußere Tor über eine Zugbrücke aus schweren, eichenen Bohlen über den Wassergraben. Der Schlagbaum vor dem inneren Tor und ein Wachhäuschen zwischen den Toren waren zu überwinden, bevor der Weg durch das innere Tor freigegeben wurde.

Der Hallesche Turm ist der bis heute erhaltene Teil der ehemaligen Toranlage und zählt zu den ältesten Baudenkmalen der Stadt Köthen (Anhalt). Wann dieser errichtet wurde, lässt sich heute nicht mehr feststellen, als späteste Entstehungszeit wird das 14. Jahrhundert angenommen. Allein der Turm ist von dem ehemaligen Stadttor noch vorhanden. Mit seinem wehrhaften Aussehen, bedingt durch die eher wuchtig wirkende Nord- und Südseite, kann sich der Hallesche Turm auch gegenüber der nahe gelegenen Jakobskirche behaupten. Den Eindruck, den der Turm dem Betrachter vermittelt, ist je nach Himmelsrichtung unterschiedlich.

Von der Bärteichpromenade zum Marktplatz gesehen, muss der Turm mit dem Kirchenschiff und den Türmen der Jakobskirche konkurrieren. Er schafft dies auch in angemessener Weise, wie ein aufgestellter Zeigefinger markiert er den früheren Eingang zur Stadt. Der fünfgeschossige rechteckige Turmschaft, der sich nach oben etwas verjüngt, und das achteckige obere Geschoss mit der flachen barocken Haube und der schlanken Spitze, versehen mit einer vergoldeten Kugel, gibt dem Halleschen Turm sein charakteristisches Aussehen. Bei Betrachtung des unteren Bereiches lässt sich erkennen, dass der Turm in früheren Zeiten ein großes Tor hatte. Durch dieses Tor konnten Fuhrwerke hindurch fahren. Diese Spitzbögen können an der Nord- und Südfassade abgelesen werden.

Der Hallesche Turm ist ein Baudenkmal von hoher, geschichtlicher Bedeutung. Zusammen mit dem Magdeburger Turm und der noch vorhandenen Stadtmauer, die an die Ostseite des Turmes anschließt, zählt der Hallesche Turm zu den letzten authentischen Zeugnissen der mittelalterlichen Stadtbefestigung, die Köthen heut noch aufzuweisen hat. Gerade wegen der einfachen Form dieses Baudenkmals, dem rechteckigen, sich leicht verjüngten Turmschaft mit aufgesetzten achteckigen Geschoss und dem flachen Turmhelm, muss besonders auf die hohe künstlerische Qualität des Turmes verwiesen werden. Die Verwendung von Schichtmauerwerk im rechteckigen Turmschaft und der Übergang zu dem aus Ziegeln gemauerten Oktogon, vermitteln den monolithischen Eindruck.

Das Verhältnis der Öffnungen zum Baukörper unterstützt den Anschein der Massivität. Die Eindeckung des Turmes mit Kupfer verfremdet die Form der flachen Turmhaube. Bedingt durch die Breite der Kupferscharen wirkt der Helm eckiger, als sein Aussehen mit der kleinteiligen Schieferdeckung einmal war.

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