Robert Propf

Robert Propf im Jahre 1986
Robert Propf im Jahre 1986

Robert Propf wurde am 9. Dezember 1910 geboren. Nach Erlangen der Obersekundarstufe begann er ab 1926 seine künstlerische Ausbildung zunächst mit einer praktischen Lehre als Holzbildhauer in Dessau. Ein Jahr später nahm er Kurse im Zeichnen und Modellieren an den Dessauer Technischen Anstalten. Ab 1928 erfolgte eine zwei Semester umfassende Ausbildung an der Holzschnitzfachschule im schlesischen Warmbrunn. Ein Jahr später schrieb Robert Propf sich an der Staatlichen Hochschule für bildende Kunst in Weimar für die Bildhauerklasse ein. Nach wiederum zwei Semestern wechselte er zur Akademie der bildenden Künste nach Wien und setzte dort 1930/1931 seine Studien fort. Es schloss sich eine fünfjährige Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste in Dresden an (1931-1936).

Ab 1936 begann Robert Propf seine freischaffende Tätigkeit in Essen/Ruhr. Der Bergbau förderte junge Künstler; so bekam er seine ersten Aufträge für Bergmannsplastiken und Gedenkstätten für verunglückte Bergleute in Bochum, Herne und Gelsenkirchen.


Familie

Am 24. Dezember 1937 heiratete er die Malerin llse Rietschel (23.07.1912 - 01.07.1988). Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor. Nach der Bombardierung der Stadt Essen und der Zerstörung seines Atelierhauses kehrte Robert Propf mit seiner Familie 1943 in seine Heimatstadt zurück.


Das Wirken von Robert Propf in Köthen (Anhalt)

Der Bürgermeister der Stadt Köthen ermöglichte es Robert Propf, sich im Schlossbereich ein Atelier einzurichten, das über 40 Jahre seine Wirkungsstätte wurde. Nach schwerer Erkrankung und eingeschränkter Arbeitsfähigkeit in der Zeit von 1946 bis 1949 wagte er einen Neuanfang. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR. Robert Propfs Wirken erfolgte unter zwei Regimen; doch weder die NS-Diktatur noch der politische Einfluss der DDR konnten ihn von seinem Ziel abbringen, eine zeitlose Kunst zu schaffen. Seine Arbeiten sollten nicht nur dem Gefallen einer Generation genügen. So fand er neben zahlreichen staatlichen und privaten Aufträgen ein breites Betätigungsfeld in der katholischen Kirche, wo er - obwohl konfessionslos - ebenfalls bedeutende Akzeptanz fand. Ebenso konnte er als einer von wenigen Künstlern der DDR noch bis in die 50er Jahre für Arbeiten an seine alte Wirkungsstätte ins Ruhrgebiet reisen. Mit großem Engagement nahm er das Ehrenamt des Kreisdenkmalpflegers wahr.

Robert Propf bezeichnete sich in seiner Philosophie als Stoiker. Getragen vom Humanismus war er stets dem Leben zugewandt. Seine Ideale lagen in der Kunst und Ästhetik der Antike, und er versuchte stets, für ihn aus dieser Epoche stammendes, wertvolles Gedankengut mit den Auffassungen und Notwendigkeiten der Gegenwart zu verbinden.

Robert Propf verstarb am 3. Februar 1986 in Köthen.

 


BILDERGALERIE
Portraits von Ilse und Robert Propf - Kunstwerke von Robert Propf, die man in Köthen entdecken kann - Grafiken und Gemälde von Ilse Propf